Erfahrungsbericht Ausbildung Körperpsychotherapie

Im Wesentlichen hat mich die Vorstellung zur Buchung des Kurses bewegt, dass ich im Prozess der Ausbildung mich selbst besser verstehen lerne, eine Ergänzung zum bestehenden Therapieprozess. Zum Zeitpunkt der Entscheidung hatte ich das Gefühl in meinem Beruf festzuhängen und mit meiner Lebenssituation unzufrieden zu sein. Ich fühlte mich blockiert, kraftlos und hatte regelmäßig mit depressiven Episoden zu kämpfen. Aus Erfahrung weiß ich, dass im Gruppenzusammenhang noch einmal andere Energien mobilisiert werden als in Einzelsitzungen, was ich als sehr hilfreich erlebt habe. Dies wollte ich nutzen, um mehr Klarheit für mich und meine Lebenssituation zu gewinnen und neue Impulse zur Veränderung zu erhalten. Auch was meine Beziehungssituation betrifft versprach ich mir mehr Klarheit. Also mich besser wahrzunehmen, meine Gefühle besser ausdrücken zu können und so präsenter und spürbarer in der Beziehung zu werden.

Durch die Ausbildung hat sich meine Selbstwahrnehmung verbessert, nicht nur im Übungszusammenhang, sondern auch im Alltag. Häufiger als zuvor achte ich auf meine Atmung und vertiefe sie gegebenenfalls. Gerade in Stresssituationen fällt sie mir auf, ebenso überprüfe ich dann Körperspannungen und entlaste mich so gut wie möglich. Ebenso Frage ich mich genauer, was ich gerade fühle, wie etwas auf mich wirkt, welche Bedürfnisse da sind. Ich kann mich selbst besser einordnen in den Modellen (Zwiebelschalen, Verdrängung, Körperstruktur). Was würde ich mir selbst als Therapeut raten? Was für Anteile wollen da gerade gehört werden? Durch diesen Abstand zu mir selbst habe ich eine Nachsichtigkeit mir selbst gegenüber entwickelt, Selbstannahme und Selbstliebe wurden gestärkt. Als direkte Folge davon fühle ich mich gleichzeitig unabhängiger und eingelassener.

In meinem Beziehungsleben sind zwar die Konflikte deutlicher zutage getreten, doch habe ich nun das Gefühl, dass die Beziehung wahrhaftiger geworden ist, ehrlicher, intensiver. In der Ausbildung habe ich Werkzeuge die Hand bekommen, dir mir helfen, mich selbst und meine Partnerin besser zu verstehen und tiefere Einsicht in mein Verhalten zu erlangen.

Ich habe meine langjährige Arbeitsstelle gekündigt, was ein großer Schritt für mich war. Die Ausbildung hat mich motiviert mich (mehr) auf die Suche nach mir selbst zu machen, Dinge auszuprobieren, mich Themen zu widmen, die mich wirklich interessieren. Ich habe das Gefühl, dass Räume aufgegangen sind, in denen es mir nun möglich ist, neue Ideen zu entwicklen und andere Sichtweisen einzunehmen.

Die Ängste, therapeutisch zu arbeiten, haben sich verringert. Vom „unerreichbaren Ziel“ hin in eine vorstellbare Dimension, auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg sein mag, aber eben ein Weg. Die Ausbildung hat mir viel Raum geboten mich auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und dabei Wirksamkeit und Befriedigung zu erleben.

Die Anleitungen und Unterstützungen von Sansara und Sadhu waren enorm hilfreich und inspirierend. Besonders beflügelnd fand ich es, zusammen mit den erfahrenen Therapeuten in einer (Übungs-)Session zu arbeiten, einen Eindruck von der Sicherheit und Zielgerichtetheit zu erhalten, die möglich ist.

Durch die Gruppe insgesamt habe ich Inspiration erfahren. Mit den Menschen zusammen mich auf diese Reise zu begeben, auf der jeder auch mit seinen Schatten- und Lichtseiten konfrontiert war, so wie ich auch. Zusammen den Raum von Ausprobieren erkunden zu können, Fehler zu machen, Leichtigkeit darin zu erfahren. Und das im Kontakt mit den häufig schweren Themen die hochkamen, den Schicksalen und tiefen Gefühlen. Damit einen Umgang zu finden und sogar darin lachen zu können, war sehr berührend und hilfreich für mich.

Trainee, 45 Jahre